Plätzchen aufbewahren. Oder: Warum bei uns jede Sorte ihre eigene Dose hat

Selbst gebackenes Lebkuchenhaus mit Zuckerguss und bunten Süßigkeiten auf einem Holztablett, daneben eine Plätzchendose mit rotem Deckel

Die Plätzchenzeit lässt sich nicht strecken. Ich möchte die Vorweihnachtszeit jedes Jahr ein bisschen früher ins Haus holen, und es funktioniert nie. Bei mir fängt sie am ersten Adventswochenende an, wenn geschmückt wird. Erst dann kommt die Lust, einen Nachmittag lang zu backen.

Die Kinder wollen jedes Mal mitmachen. Ein Kind will nur den Teig machen. Das nächste will die Schüssel auslecken. Das dritte sticht drei Kekse aus und ist verschwunden. Am Ende stehe ich allein am Blech. Nur beim Verzieren bleiben die Mädchen inzwischen dabei und machen kleine Kunstwerke daraus.

Und dann liegen sie da, und es geht darum, wie man Plätzchen aufbewahrt, damit sie bis Weihnachten schmecken.

Was bei uns gebacken wird

Butterplätzchen gibt es immer, das ist der Klassiker. Die verziere ich inzwischen schon vor dem Backen. Das ist einfacher und geht schneller. Dazu kommen Lebkuchen, Kokosmakronen und Engelsaugen. Und Pebernødder, die dänischen Pfeffernüsse. Die sind bei uns besonders wichtig.

Am liebsten esse ich die Butterplätzchen und die Lebkuchen. Die Lebkuchen sind nur so aufwendig.

Einen Handgriff habe ich von meiner Oma. Bei ihren Nussplätzchen wird die Gabel erst in Mehl getaucht, dann drückt man die Plätzchen damit flach. So bleibt der Teig nicht an der Gabel kleben. Das vergesse ich nie.

Erst abkühlen lassen

Plätzchen müssen ganz ausgekühlt sein, bevor sie in die Dose kommen. Warm eingefüllt geben sie noch Feuchtigkeit ab. Die sammelt sich in der Dose, und die Plätzchen werden weich. Am besten liegen sie auf einem Gitter, bis sie sich überall kalt anfühlen.

Wie bewahrt man Plätzchen am besten auf?

Bei uns kommt jede Sorte in ihre eigene Dose. Das hat einen einfachen Grund: Knusprige Plätzchen ziehen die Feuchtigkeit der weichen an, und Lebkuchengewürz wandert in alles, was daneben liegt.

Wenn die Dosen nicht reichen, hilft eine Faustregel. Knuspriges zu Knusprigem, also Butterplätzchen, Spritzgebäck und Vanillekipferl. Weiches zu Weichem, also Lebkuchen, Makronen und alles mit Füllung. Zwischen die Lagen kommt Backpapier.

Deshalb brauche ich mehrere Dosen. Ich habe Keksdosen für die anderen Jahreszeiten, aber vor allem irrsinnig viele Weihnachtskeksdosen. Manche haben wir schon sehr lange. Meine liebste ist von Ib Laursen, wir haben sie im Urlaub in Dänemark gekauft.

Die gibt es so nicht mehr. Ähnliche stehen bei uns im Shop: die Plätzchendose mit Weihnachtsgirlande und die Keksdose aus Metall mit Kranz. Welche davon ich selbst nehmen würde? Alle. Ich habe sie ja ausgesucht.

Blech, Glas oder Plastik?

Bei uns nur Blech. Plastikdosen kommen für Plätzchen nicht in Frage, das ist mir zu unromantisch.

Es gibt auch sachliche Gründe. Eine Blechdose schützt vor Licht und nimmt keinen Geruch an. Glas geht ebenfalls, sollte aber dunkel stehen. Plastik hält dicht, nimmt aber Gerüche an und gibt sie an die nächste Sorte weiter.

Unsere Dosen stehen nicht im Schrank, sondern oben auf dem Kühlschrank. Im Schrank sieht sie ja keiner. Der kühlste Platz in der Küche ist das nicht. Bei uns macht das nichts, denn lange liegen die Plätzchen dort nicht.

Wie lange halten Plätzchen?

Ehrlich gesagt: bei uns nicht lange. Im Advent sitzen wir jeden Nachmittag zusammen. Die Kerzen sind an, es gibt Kakao oder Tee, und auf dem Couchtisch oder dem Küchentisch steht ein Teller Plätzchen. Eines davon bekommt abends der Wichtel. Meistens muss ich nachbacken.

Wer mehr Geduld hat als wir, kann sich an diese Faustregeln halten. Sie gelten für kühl und trocken gelagerte Plätzchen:

  • Butterplätzchen, Spritzgebäck und Vanillekipferl: drei bis vier Wochen
  • Lebkuchen und Pfeffernüsse: mehrere Wochen, sie werden eher besser
  • Makronen und Baiser: zwei bis drei Wochen, sehr trocken lagern
  • Plätzchen mit Marmelade, Creme oder Schokoladenglasur: ein bis zwei Wochen

Wenn Plätzchen hart oder weich geworden sind

Mir ist noch nie eine ganze Dose weich geworden. Dafür sind sie zu schnell weg.

Falls es doch passiert: Hart gewordene Lebkuchen werden wieder weich, wenn ein Apfelschnitz mit in der Dose liegt. Den Schnitz alle zwei Tage tauschen. Knusprige Plätzchen, die weich geworden sind, kommen für ein paar Minuten bei niedriger Hitze in den Ofen und kühlen danach wieder ganz aus.

Plätzchen verschenken

Wir backen immer auch für andere. Freunde und Familie bekommen zu Weihnachten kleine Päckchen, und eine durchsichtige Tüte mit Keksen ist immer dabei.

Für eine größere Portion nehme ich lieber eine Dose als eine Tüte. In der flachen Konfektdose liegen die Plätzchen nebeneinander und zerbrechen nicht. Auch hier gilt: Backpapier zwischen die Lagen, und Knuspriges nicht mit Weichem mischen. Alle Dosen und das Weihnachtsgeschirr findest du beim weihnachtlich gedeckten Tisch.

Und im Januar?

Was bis dahin nicht gegessen ist, schmeckt irgendwann nicht mehr und kommt weg. Viel ist es nie.

Die Plätzchenzeit lässt sich eben auch nach hinten nicht strecken. Irgendwann ist sie vorbei, und das ist gut so. Was bei uns nach Weihnachten sonst noch bleibt und was geht, erzähle ich im Beitrag über die Deko im Januar.

Kurz beantwortet

Wie bewahrt man Plätzchen am besten auf? Ganz ausgekühlt, in einer Blechdose und jede Sorte für sich. Knusprige und weiche Plätzchen gehören nicht in dieselbe Dose.

Wie lange halten selbst gebackene Plätzchen? Butterplätzchen und Spritzgebäck drei bis vier Wochen, Lebkuchen länger, Plätzchen mit Füllung oder Glasur ein bis zwei Wochen. Das sind Faustregeln für kühle, trockene Lagerung.

Wie lange müssen Plätzchen abkühlen? Bis sie sich überall kalt anfühlen. Warm in die Dose gefüllt, werden sie weich.

Kann man Plätzchen im Glas aufbewahren? Ja. Das Glas sollte gut schließen und dunkel stehen, weil Licht dem Gebäck schadet.

Kann man Plätzchen in Plastikdosen aufbewahren? Das geht, wenn die Dose dicht schließt. Plastik nimmt aber Gerüche an und gibt sie weiter.

Wie lagert man Spritzgebäck und Mürbeteigplätzchen? Trocken, in einer gut schließenden Blechdose und getrennt von weichem Gebäck wie Lebkuchen.